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?Software darf komplex sein, ihre Anwendung nicht

Geht professionelle, IT-gestützte Instandhaltung auch einfach? Und wenn ja, für wen gilt das: den Instandhalter, den Lageristen, den Betriebsmeister, den Werksleiter, für die IT oder die Geschäftsführung? Zuletzt: Wie definiert man in diesem Kontext einfach? Martin Gerwens, Vorstand der GreenGate AG und Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, äußert sich im Interview zum menschenzentrierten Leitbild der browsergestützten Instandhaltungssoftware GS-Web. Das Tool geht auf GreenGate mit Sitz in Deutschland (Windeck) und der Schweiz (Seengen) zurück. GreenGate entwickelt seit 2000 hoch anpassungsfähige Softwarelösungen für die Instandhaltung von Anlagen und Infrastrukturen.

GreenGate verpasst seiner Software GS-Web als Lösung für mobile Instandhaltungsstrategien den Stempel ?Radikal einfach?. Was steckt dahinter?

Martin Gerwens: Zunächst die Erkenntnis, dass die Komplexität der Anwendung drastisch reduziert werden muss. Und zwar für jeden, der sie im Unternehmen nutzt. Der Wert einer Applikation materialisiert sich doch erst mit seiner Anwendung, nicht in seinen Möglichkeiten.

Das heißt?

Die Software selbst darf komplex sein, ihre Anwendung nicht. Im Gegenteil: Sie muss sehr einfach sein. Denn das ist die andere Seite der Intelligenz. Es geht immer um Algorithmen und es geht immer um die User, also den Menschen. Wir als Softwareschmiede sind so zu sagen die dritte Seite, der schmale Rand der Medaille, der zwischen Vorder- und Rückseite für Intelligenz, für Speed, für Konsistenz und gegenseitiges Verständnis sorgt.

GS-Web wird folgerichtig als Deployment-Lösung bezeichnet. Was heißt das?

Der Nutzer befasst sich ausschließlich mit einer intuitiv bedienbaren Oberfläche, sonst nichts. Features & Functions gibt es nur in definierten homöopathischen Dosen.

Wie hat man sich das in der Praxis vorzustellen?

GS-Web ist eine browsergestützte IT-Anwendung: Instandhalter loggen sich über das Intra- oder Internet auf einer Website ein und legen in der vorstrukturierten Anwendung einfach los. Dafür brauchen sie neben einem Smartphone, Tablet oder Desktop-PC allenfalls eine kurze Einweisung. Der Rest ist selbsterklärend.

Mobile Lösungen von GreenGate unterstützen primär Servicetechniker und Monteure bei der Auftragsabwicklung vor Ort. Im Regelfall sind aber etliche Stakeholder im Unternehmen bei Prozessen zu Instandhaltung und Betriebsführung involviert.

Absolut richtig. Instandhalter, Lageristen, Disponenten, Meister und Betriebsleiter, die Geschäftsführung, die IT ? alle sind beteiligt, auch weil sie es können, da GS-Web browserbasiert und damit unabhängig vom Arbeitsplatz läuft. Natürlich sind wir uns auch darüber im Klaren, dass unser ?Radikal einfach? für einen IT-Admin oder Informatiker etwas anderes bedeutet als für einen Schweißer, Maschinenschlosser oder den Betriebswirtschaftler im Controlling.

Was schließen Sie daraus?

Dass man GS-Web zwar aufs gesamte Unternehmen ausrollen kann, die Software aber nach wie vor für jeden individualisierbar sein muss, damit sie einfach und schlank in der Handhabung bleibt. Individualisierbar bedeutet beides: Zum einen lassen sich Informationen und Funktionalitäten aufgabengerecht einrichten. Zum anderen erfolgt die Gestaltung der Anwendung nicht nur responsiv und damit optimiert für jedes Endgerät, sondern auch optimiert für jeden Endnutzer, also anwendungs- und nutzerbezogen. Beides gehört zusammen und macht in erfahrener Abwägung eine professionelle, praxistaugliche IT-Lösung aus.

Wie handhabt GreenGate den Spagat zwischen voller Funktionalität, einfacher UX/UI und einer hochgradig individuellen Auslegung der Software?

Die Benutzeroberfläche können wir dafür ziemlich umfangreich konfigurieren. So lassen sich für jeden Anwender die genau richtigen Inhalte zur Verfügung zu stellen. Nicht weniger, aber vor allem nicht mehr, um nichts unnötig zu verkomplizieren. Die Sichtbarkeit von Objekten, Mitarbeitern und Ressourcen lässt sich dabei über Benutzerberechtigungen steuern. Das heißt dann auch, dass sich GS-Web als Kundenportal oder Portal für Fremddienstleister eignet.

Picken wir uns vier Rollen im Unternehmen heraus. Was macht der Disponent, was der Instandhalter und was der Meister oder Geschäftsführer in GS-Web?

Starten wir mit der Geschäftsführung. Sie schaut sich gerne Echtzeit-Dashboards an. Dashboards sind Tachos der Instandhaltung, sie bereiten Kennzahlen zu Instandhaltungsprozessen, Störungen, Ausfällen etc. grafisch auf. Meist ist es weniger die operative Instandhaltungstätigkeit oder der technische Background selbst, die für die Firmenleitung von Interesse sind. Das ist vor allem für die Geschäftsführung nur dann von Belang, wenn es um Wirtschaftlichkeit und Sicherheit geht.

Einen Überblick verschaffen Dashboards aber auch dem Werksleiter oder Betriebsmeister.

Absolut, das Informationsgebot gilt für den Leiter der Instandhaltung ganz grundsätzlich, weil er ja verantwortlich ist. Er kann in GS-Web schon morgens beim Frühstück die Ereignismeldung zur Schichtübergabe einsehen oder in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit den aktuellen Stand checken. Oder zwischendurch prüfen, was los ist. Oder in Besprechungen über das Tablet auf Live-Daten zugreifen. Diese Gruppe GS-Web-Nutzer steigt bei Bedarf detaillierter ein, wenn sie bei Monitoring oder Nachbereitung der Aufgaben sieht, dass es irgendwo hakt. Das System bietet aber auch Tools zur Aufgabenvorbereitung. So oder so ist auf Leitungsebene Transparenz gefragt, damit Fortschritte eingesehen und fundierte Entscheidungen getroffen werden können.

Und der Disponent?

Ihm geht es grob skizziert um die Einsatzplanung mobiler Ressourcen. Also die digitale Aufgabenverteilung, die früher mündlich und per Klemmbrett erfolgte. Dafür bietet GS-Web die Funktionen Tourenmanagement, Arbeitspakete und Auftragskalender. Grundsätzlich werden Faktoren wie Qualifikation, Termine, Touren etc. berücksichtigt. Und über die Kartenintegration mit Visualisierung des Objektstatus lässt sich auch spontan disponieren.

Zuletzt der Instandhalter selbst.

Ihm steht das große Ganze zur Verfügung mit mobilem Zugriff auf alle Informationen zu Objekten und Anlagen, Checklisten, Karten, Reports etc. Der Instandhalter kann vor Ort von Protokoll und Video über Folgeauftrag bis Stammdaten alles ins System einpflegen und quittiert zugleich geleistete Arbeit. Gleiches gilt für die Lageristen. Sie erhalten alle Informationen rund um die Aufgabenerledigung, und das sehr kompakt und übersichtlich. Im Gegenzug erfolgt die Dokumentation automatisch.

Was für Endgeräte empfehlen Sie für die Servicetechniker im Feld?

Faustregel: Bei Massenaufträgen im Netz mit kleinvolumigen Checklisten reicht ein Smartphone, bei komplexeren Assets wie Maschinen oder Pumpwerken ist ein Tablet der Client der Wahl. Wobei GS-Web auch bei kleineren Arbeiten sehr, sehr viel Informationen zur Verfügung stellen kann.

Die IT selbst begegnet jedem neuen System mit gewissen Vorbehalten. Im Fall GS-Web berechtigt?

Nicht wirklich, und wir sind vom Fach, wir können das valide beurteilen. Die Browser-Technologie macht alles einfacher, zumal man auch bei den Endgeräten außer einem Browser wie MS Edge, Chrome, Firefox oder Safari keine weitere Software braucht. So steht das System berechtigten Benutzern sofort zur Verfügung. Die Installation im Microsoft Internet Information Server ist ziemlich einfach, Updates zu Funktion und Sicherheit erfolgen automatisch.

Da GS-Web arbeitsplatzunabhängig funktioniert und ohne große Schulung genutzt werden kann: Kommen da nicht noch ganz andere Nutzergruppen in Betracht?

Sicher, der Benutzerstamm lässt sich erweitern, wobei Fremddienstleister das Tool für die Instandhaltung selbst, für Aufgabenquittierung etc. eh schon gern nutzen. Aber auch Kunden unserer Kunden könnten so den aktuellen Stand der Instandhaltung, anstehende Termine, Rechnungen oder Freigaben kommunizieren. Einbezogen werden müssen weitere interne Anwender. Wie die Produktion bei der Mangelerfassung, die kaufmännische Abteilung in Sachen Kosten, Dokumentation und Freigaben oder der Werksleiter, wenn es um eine Verfügbarkeitsanzeige und anstehende Arbeiten geht. Alles denkbar, alles sehr sinnvoll.

Die Konsolidierung heterogener Softwarelandschaften galt einige Jahre als Nonplusultra. Wo verorten Sie da GS-Web?

Das ist schon allein auf Grund der Webtechnologie von GS-Web kein wirklich großes Thema mehr. Denn die ist prädestiniert für die Integration unterschiedlicher Techniken und Daten, das Zusammenwachsen mit Systemen wie GIS, DMS und ERP. Das kommt der Kernforderung nach End-to-End-Einbindungen nach. Es geht doch darum, dass man Daten mehrfach nutzt, dass man sich Doppelarbeit erspart und dass die Daten korrekt übertragen werden, beispielsweise vom GreenGate Instandhaltungssystem GS-Web ins ERP-System von SAP.

Die Systeme werden demnach ? bi- oder unidirektional ? offener.

Die flexible Interaktion basiert darauf, dass sich dank Webtechnologie Informationen einfach und mobil austauschen lassen. Der Mehrwert ist schnell erklärt. Nehmen wir ein Pumpwerk: Mit unserer Technologie kann man demjenigen, der ein Prozessleitsystem betreibt, die Liste der letzten Wartungen zur Verfügung stellen. Zum Beispiel, weil er feststellt, dass gerade eine Pumpe schwächelt. Das ist zunächst wie ein geteilter Bildschirm, weil das genau die gleichen Informationen sind, die auch der Instandhalter in GS-Web nutzt.

Keine Diskussion zur Neuzeit der Instandhaltung ohne Schlagwortzutaten wie Industrie 4.0, Datenbrillen oder Predictive Maintenance.

Wir empfehlen, da cool zu bleiben und nur das anzuwenden, was zweifelsfrei Sinn macht. Speziell GS-Web bringt alles mit, um Techniken wie maschinelles Lernen, Bilderkennung und Augmented Reality in die tägliche Arbeitspraxis einzubinden. Kurz gefasst: Wir geben diesen neuen Technologien ein Zuhause.

GreenGate – Wir digitalisieren. Betriebsführung | Services | Instandhaltung

Die GreenGate AG wurde 2000 in Windeck gegründet und ist als Systemhaus und Dienstleister für Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Strukturen tätig.

Wenn es darum geht, Betriebsabläufe zu organisieren und Informationen zu strukturieren, steht GreenGate als fachkundiger Partner tatkräftig zur Seite. Eine fortwährend transparente und faire Zusammenarbeit ist hierbei die Grundlage einer erfolgreichen Projektumsetzung.

Auf diese Weise gelingt es, gemeinsam mit unseren Partnern und unseren Kunden, „Starke Lösungen für die Aufgaben von morgen“ zu realisieren und fortlaufend zu verbessern.

Posted by on 21. Mai 2021. Filed under Softwareindustrie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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