BAM Core 2.0: Saarbrücker Compliance-Datenmodell verfolgt jetzt auch Gesetzesänderungen

BAM Core 2.0: Saarbrücker Compliance-Datenmodell verfolgt jetzt auch Gesetzesänderungen

Am 27. Juli 2026 verschob der AI-Omnibus die Hochrisiko-Fristen des EU AI Act um bis zu 16 Monate, sechs Tage vor dem bis dahin geltenden Stichtag. Für Unternehmen mit statischen Compliance-Checklisten bedeutete das: von Hand nachpflegen, unter Zeitdruck.

Brain-Media.de aus Saarbrücken hat darauf reagiert. Das offene Compliance-Datenmodell BAM Core, das Anforderungen aus NIS-2, DORA, dem Cyber Resilience Act, dem EU AI Act, der DSGVO und ISO 27001 maschinenlesbar strukturiert, wurde um ein Regulatory Change Management erweitert.

Der neue Change-Layer verfolgt laufende EU-Gesetzesänderungen als eigenständige Einträge, getrennt von den aktiven Compliance-Objekten. Eine Grundregel verhindert Spekulation: Solange ein Verfahren nicht final entschieden ist, entstehen keine neuen Anforderungsobjekte. Der AI-Omnibus ist als erster, abgeschlossener Fall hinterlegt, mit den konkreten neuen Fristen: 2. Dezember 2027 für eigenständige, 2. August 2028 für eingebettete Hochrisiko-KI-Systeme.

Das Modell berechnet für jede Änderung automatisch, welche Objekte direkt betroffen sind, und findet zusätzlich indirekt betroffene Objekte über bereits vorhandene Verknüpfungen zwischen den Frameworks. Vermerkt wird zudem, ob nur eine Frist berührt ist oder ob Control beziehungsweise achweis inhaltlich angepasst werden müssen.

Die Erweiterung ist kein einmaliger Ausbau, sondern Teil einer fortlaufenden Entwicklung. BAM Core wurde im Juni 2026 als Open Source veröffentlicht und seither in kurzen Abständen erweitert. Version 2.0 ist der zweite größere Ausbauschritt innerhalb weniger Monate. Die Weiterentwicklung folgt dabei den regulatorischen Ereignissen selbst: Jede neue Vorgabe auf europäischer Ebene ist zugleich ein Anwendungsfall, an dem sich das Modell bewähren muss.

In Arbeit ist derzeit ein Fristenmanagement, das den nächsten logischen Schritt nach dem Change-Layer darstellt. Während das Regulatory Change Management erfasst, dass sich eine Vorgabe geändert hat, soll das Fristenmanagement die daraus folgenden Termine über alle Frameworks hinweg auswertbar machen: welche Stichtage anstehen, welche Objekte an ihnen hängen und welche Fristen sich durch eine Gesetzesänderung verschoben haben. Für Verantwortliche, die parallel an NIS-2, DORA und dem EU AI Act arbeiten, ist das der Punkt, an dem sich verstreute Einzeltermine zu einem gemeinsamen Kalender fügen. Ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

BAM Core steht kostenlos und quelloffen auf GitHub zur Verfügung (Code AGPLv3, Datenmodell CC BY-SA 4.0), selbst hostbar, ohne Anbieterbindung.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.brain-media.de

https://github.com/BrainMediaDe/brain-media-audit-model