Ab dem 1. Oktober 2026 berechnet Meta Nachrichten über die WhatsApp Business Platform, die Unternehmen bisher kostenlos versenden konnten. Betroffen sind zwei Kategorien. Die erste sind Servicenachrichten, also frei formulierte Antworten, die Mitarbeitende und Chatbots innerhalb des 24-stündigen Kundenservice-Fensters senden. Sie waren seit November 2024 kostenlos. Die zweite sind Utility-Vorlagen, die innerhalb desselben Fensters verschickt werden, etwa Bestellupdates, Zahlungsbestätigungen oder Terminerinnerungen. Sie waren seit Juli 2025 kostenlos. Für viele Unternehmen in Deutschland und Europa, die WhatsApp vor allem im Kundenservice einsetzen, ist das die größte Änderung ihrer Messaging-Kosten seit der Einführung der Abrechnung pro Nachricht.
Was sich zum 1. Oktober ändert
Servicenachrichten werden pro Nachricht abgerechnet, zum gleichen Tarif wie Utility- und Authentifizierungsvorlagen im Land des Empfängers. Jede geschäftliche Telefonnummer behält ein Freikontingent von 1.000 Servicenachrichten pro Monat; ab der 1.001. Nachricht wird jede Antwort berechnet. Das Kontingent erneuert sich monatlich, nicht genutzte Nachrichten verfallen. Auch Utility-Vorlagen, die innerhalb eines offenen Kundenservice-Fensters gesendet werden, werden pro Nachricht abgerechnet. Service- und Utility-Nachrichten werden getrennt gezählt. Ein einziges Supportgespräch kann daher mehrere Kosten verursachen: Beispielsweise beantwortet ein Mitarbeiter eine Frage, anschließend bestätigt eine Vorlage die Bestellung.
Was kostenlos bleibt
Nachrichten, die Kundinnen und Kunden an ein Unternehmen senden, bleiben kostenlos. Unterhaltungen, die über eine Click-to-WhatsApp-Anzeige oder den Call-to-Action-Button einer Facebook-Seite beginnen, behalten ihr kostenloses 72-Stunden-Fenster. Die neuen Kosten betreffen die WhatsApp Business Platform (API), nicht die WhatsApp-Business-App.
Fünf Schritte zur Vorbereitung
1. Prüfen, wie viele Serviceantworten jede Nummer pro Monat versendet, und mit dem Freikontingent von 1.000 Nachrichten vergleichen.
2. Chatbot- und Automatisierungsabläufe überprüfen: Jede automatische Antwort oberhalb des Kontingents hat nun einen Preis.
3. Doppelte Nachrichten zusammenführen, etwa eine freie Antwort, auf die eine Vorlage mit denselben Informationen folgt.
4. Sicherstellen, dass im WhatsApp-Business-Konto eine gültige Zahlungsmethode hinterlegt ist, damit neu kostenpflichtige Nachrichten nicht unterbrochen werden.
5. Kosten nach Kategorie, Land und Kampagne verfolgen, statt auf die Monatsrechnung zu warten.
Die offizielle Preisdokumentation von Meta ist abrufbar unter https://developers.facebook.com/documentation/business-messaging/whatsapp/pricing.
„Bisher galt der WhatsApp-Kundenservice bei vielen Unternehmen als kostenlos, deshalb hat niemand auf das Volumen geachtet“, sagt Mihai Postolache, Gründer von Whapier. „Ab Oktober hat jede Supportantwort oberhalb des Freikontingents einen Preis, und Teams müssen diese Kosten vor dem Versand sehen, nicht einen Monat später auf der Rechnung.“