Viele Software- und KI-Unternehmen investieren viel Zeit und Geld in eigene Entwicklungen, ohne zu wissen, dass ihre Projekte für die Forschungszulage infrage kommen könnten. Entscheidend ist jedoch nicht, wie innovativ eine Lösung wirkt oder ob künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Worauf kommt es also an, damit Softwareentwicklung tatsächlich als Forschung und Entwicklung gelten kann?
Bei Forschung und Entwicklung denken viele Verantwortliche zunächst an wissenschaftliche Labore, Grundlagenforschung oder bahnbrechende Erfindungen. Die eigene Arbeit an Software, SaaS-Lösungen oder KI-Systemen erscheint dagegen schnell als gewöhnliche Produktentwicklung. Die Abgrenzung ist jedoch nicht immer eindeutig. Gerade bei digitalen Entwicklungsprojekten stellt sich die Frage, welche Tätigkeiten die Voraussetzungen für die Forschungszulage erfüllen und worauf es bei der Beurteilung ankommt. „Wer die eigene Entwicklung vorschnell ausschließt, verzichtet möglicherweise auf eine Förderung, die dem Unternehmen eigentlich zustehen könnte. Gerade bei Software und KI lohnt es sich deshalb, genauer hinzusehen“, erklärt Dipl.-Kfm. Markus Pöhlmann, Gründer und Geschäftsführer der Banhoek Consulting GmbH.
„Unternehmen müssen konkret herausarbeiten, welche technischen Probleme während der Entwicklung bestanden, warum vorhandene Lösungen nicht ausgereicht haben und was sie selbst erst entwickeln und erproben mussten. Genau daran lässt sich erkennen, ob ein Projekt für die Forschungszulage relevant sein kann“, so Markus Pöhlmann weiter. Mit der Banhoek Consulting GmbH unterstützt er Unternehmen dabei, ihre Entwicklungsprojekte auf diese Voraussetzungen zu prüfen, und arbeitet insbesondere mit technologieorientierten Betrieben aus den Bereichen Software, KI, Maschinenbau, Biotechnologie und Robotik zusammen. Dabei geht es nicht darum, Entwicklungsprojekte möglichst überzeugend als Forschung darzustellen, sondern die tatsächlichen Voraussetzungen für eine Förderung zu prüfen. Gerade bei Software und KI können die technischen Herausforderungen sehr unterschiedlich ausfallen.
Was Softwareentwicklung von förderfähiger Forschung unterscheidet
Softwareentwicklung bedeutet häufig, bestehende Produkte zu verbessern, neue Funktionen hinzuzufügen oder vorhandene Technologien an neue Anforderungen anzupassen. Auch wenn dafür viel technisches Know-how und Entwicklungszeit notwendig sind, handelt es sich deshalb nicht automatisch um Forschung und Entwicklung. Anders sieht es aus, wenn bekannte Lösungswege nicht ausreichen und das Entwicklungsteam vor einem technischen Problem steht, dessen Lösung zu Beginn noch nicht feststeht. In diesem Fall muss das Team eigene Ansätze entwickeln, testen und möglicherweise wieder verwerfen, um herauszufinden, ob sich das gewünschte technische Ergebnis erreichen lässt.
Bei Software- und KI-Projekten kann diese Unsicherheit ganz unterschiedliche Bereiche betreffen. So kann beispielsweise offen sein, ob ein KI-Modell die erforderliche Genauigkeit erreicht, eine Anwendung bei steigenden Datenmengen zuverlässig funktioniert oder die notwendige Reaktionsgeschwindigkeit unter realen Bedingungen eingehalten werden kann. Solche technischen Herausforderungen sind für Außenstehende allerdings nicht immer unmittelbar erkennbar. Das kann bei der späteren Prüfung eines Projekts zum Problem werden. „Für einen Gutachter muss erkennbar werden, wo die technische Herausforderung lag und was im Projekt tatsächlich entwickelt und erprobt wurde. Eine Beschreibung der fertigen Funktionen allein reicht dafür nicht aus“, erklärt Dipl.-Kfm. Markus Pöhlmann.
Forschungszulage in der Praxis: Wann KI-Entwicklung zum F&E-Projekt wird
Wie unterschiedlich die technischen Herausforderungen bei KI-Projekten ausfallen können, zeigen zwei Beispiele aus der Beratungspraxis der Banhoek Consulting GmbH. Datalyze Solutions entwickelte eine KI-gestützte Produktionsplanung, die auch unter anspruchsvollen Bedingungen in der Industrie zuverlässig funktionieren sollte. Dabei musste das Unternehmen unter anderem klären, ob die Modelle stabil genug arbeiten und mehr als 70 parallele Datenströme ohne größere Verzögerungen verarbeitet werden können. Ebenso war offen, wie sich Signalstörungen in Fertigungshallen auf das System auswirken und ob die Lösung auch bei steigenden Anforderungen leistungsfähig bleibt. Ob sich all diese Anforderungen gleichzeitig erfüllen ließen, stand zu Beginn der Entwicklung noch nicht fest.
Bei Data Spree lag die Schwierigkeit dagegen in der Verarbeitung hochauflösender Bilder. Das Unternehmen entwickelte eine Low-Code-KI-Plattform für die industrielle Bildverarbeitung, mit der sich Bilder präzise und zugleich in Echtzeit auswerten lassen sollten. Eine besondere Herausforderung stellte dabei das sogenannte Echtzeit-Tiling dar. Die vorhandenen technischen Ansätze reichten nicht aus, um die Anforderungen an Geschwindigkeit und Bildverarbeitung zu erfüllen. Data Spree musste daher eigene Lösungen entwickeln und erproben, bevor feststand, ob sich das gewünschte Ergebnis zuverlässig erreichen lässt.
Forschungszulage für KI-Projekte: Wenn die Daten selbst zum Entwicklungsrisiko werden
Doch nicht immer liegt die größte Schwierigkeit bei einem KI-Projekt in der Software selbst. Manchmal stellt sich schon zu Beginn die Frage, ob die vorhandenen Daten überhaupt ausreichen, um die geplante Lösung zu entwickeln. Das zeigt das Beispiel von medo.check aus der Beratungspraxis der Banhoek Consulting GmbH. Das Unternehmen wollte eine Bewegungsanalyse entwickeln, die anhand von Videodaten zuverlässige Ergebnisse liefert. Allerdings waren die verfügbaren Aufnahmen nicht immer vollständig oder ausreichend aussagekräftig. Datenlücken, Störungen und mögliche Verzerrungen konnten die Auswertung beeinflussen. Hinzu kam die Schwierigkeit, Bewegungen zuverlässig zu erkennen, wenn sich diese über die Zeit verändern und nicht immer nach demselben Muster ablaufen. Ob sich unter diesen Bedingungen eine verlässliche Analyse umsetzen ließ, musste das Entwicklungsteam erst herausfinden.
Auch bei inovoo war zunächst unklar, ob die vorhandenen Daten für das geplante System ausreichen würden. Das Unternehmen entwickelte ein Multi-Agenten-System, bei dem verschiedene KI-Methoden zusammenarbeiten sollten. Neben der Datenbasis stellte sich dabei eine weitere Frage: Was passiert, wenn die eingesetzten Methoden zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen oder sich gegenseitig beeinflussen? Wie solche Konflikte gelöst werden können, war zu Beginn der Entwicklung noch offen. Beide Projekte zeigen damit, dass bei der KI-Entwicklung nicht nur die Leistungsfähigkeit einer Anwendung entscheidend ist. Schon die Qualität der Daten und das Zusammenspiel verschiedener Verfahren können darüber entscheiden, ob sich eine geplante Lösung überhaupt zuverlässig umsetzen lässt.
Technische Herausforderungen für die Forschungszulage richtig einordnen
Die Beispiele zeigen, dass technische Herausforderungen bei Software- und KI-Projekten sehr unterschiedlich aussehen können. Wer selbst an einer solchen Entwicklung arbeitet, kennt diese Schwierigkeiten meist genau. Für Entwickler gehört es schließlich zum Alltag, neue Ansätze auszuprobieren, Fehler zu beheben und Lösungen immer wieder anzupassen. Welche dieser Arbeiten für die Forschungszulage relevant sein könnten, ist ihnen dagegen nicht unbedingt bewusst. Hinzu kommt, dass Außenstehende häufig nur das fertige Produkt sehen und kaum erkennen können, welche Probleme auf dem Weg dorthin gelöst werden mussten.
Hier setzt die Beratung der Banhoek Consulting GmbH an. Das Unternehmen arbeitet eng mit den technischen und finanziellen Verantwortlichen zusammen, um Entwicklungsprojekte im Hinblick auf die Forschungszulage zu prüfen. Besonders wichtig ist dabei der Austausch mit den Mitarbeitern, die unmittelbar an der Entwicklung beteiligt waren. „Die entscheidenden Informationen liegen meist bei den Entwicklern selbst. Unsere Aufgabe ist es, zu verstehen, wo die technische Hürde lag, warum bekannte Ansätze nicht ausgereicht haben und was das Team erst im Entwicklungsprozess herausfinden musste“, erklärt Markus Pöhlmann. Auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, welche Tätigkeiten die Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung erfüllen könnten und welche nicht. Ob ein Projekt tatsächlich förderfähig ist und welche Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden können, muss für jedes Vorhaben individuell geprüft werden.
Banhoek Consulting GmbH: Warum Unternehmen die Forschungszulage frühzeitig mitdenken sollten
Aus der schwierigen Abgrenzung ergibt sich für Software- und KI-Unternehmen eine praktische Konsequenz: Sie sollten sich nicht erst nach Abschluss eines Projekts mit der Forschungszulage beschäftigen. Während der Entwicklung lässt sich noch gut festhalten, an welchen Problemen ein Team gearbeitet hat, welche Lösungswege nicht funktioniert haben und warum neue Ansätze notwendig wurden. Je länger ein Projekt zurückliegt, desto schwieriger kann es dagegen werden, die einzelnen Entwicklungsschritte und Entscheidungen vollständig zu rekonstruieren.
Die Forschungszulage frühzeitig mitzudenken bedeutet dabei nicht, jede technische Schwierigkeit vorsorglich als Forschung und Entwicklung einzustufen. Vielmehr sollten Unternehmen ihre Entwicklungsarbeit regelmäßig daraufhin betrachten, ob sie über die übliche Weiterentwicklung bestehender Produkte hinausgeht. „Viele Unternehmen unterschätzen, was in ihrer täglichen Entwicklungsarbeit tatsächlich steckt. Wer bekannte Lösungswege verlassen und technische Probleme selbst lösen musste, sollte deshalb zumindest prüfen, ob die eigene Entwicklung für die Forschungszulage relevant sein könnte“, erklärt Dipl.-Kfm. Markus Pöhlmann abschließend.
Sie möchten wissen, ob auch Ihre Entwicklungsprojekte für die Forschungszulage infrage kommen? Dann melden Sie sich jetzt bei Dipl.-Kfm. Markus Pöhlmann und seinem Team der Banhoek Consulting GmbH (https://www.banhoek-consulting.de/) und vereinbaren Sie einen Termin!
Pressekontakt:
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