Ob Energiesysteme analysiert, Produktionsprozesse automatisiert oder Industrieroboter bewegt werden: Hinter modernen technischen Anwendungen in der Industrie stehen Softwares. Programmcodes übersetzen technische Anforderungen in digitale Prozesse und machen es möglich, komplexe Systeme zu berechnen, zu simulieren, zu steuern und zu optimieren. Die Gesellschaft für angewandte Informatik (GFaI) zeigt am Beispiel zweier Softwarelösungen, wie ohne Codes, heutige essentielle Anwendungen zur Optimierung nicht möglich wären.
Code für die Energiewende: TOP-Energy modelliert optimierte Energiesysteme
20 Jahre Codes und jede Menge Denkarbeit: Das steckt hinter der Software namensTOP-Energy, die die Optimierung von Energiesystemen ermöglicht. Wie genau? Energiesysteme bestehen aus zahlreichen miteinander verbundenen Komponenten und Prozessen. Um ihre Auswirkungen und mögliche Veränderungen beurteilen zu können, reicht eine einzelne Messung nicht aus. TOP-Energy schafft die Möglichkeit, solche Systeme am Rechner abzubilden und unterschiedliche Szenarien an einem digitalen Zwilling durchzuspielen.
Unternehmen können Energiesysteme modellieren und verschiedene technische Varianten miteinander vergleichen. Die Software ermöglicht es schnell und einfach, Auswirkungen auf Energieverbrauch und Kosten bereits in der Planungsphase zu untersuchen.
Damit wird Programmierung unmittelbar zu einem Werkzeug für technische Entscheidungen: Welche Variante ist effizienter? Wo liegen Einsparpotenziale? Welche Auswirkungen hat eine geplante Veränderung? Solche Fragen können zunächst digital untersucht werden, bevor eine Investition umgesetzt wird.
Roboter lernen am Rechner: Mit 3D-ProSim effizienter produzieren
Mit der Software 3D-ProSimplanen und simulieren wir die Bewegungsbahnen von Industrierobotern für automatisierte Glasier- und Beschichtungsanlagen direkt am Computer. Dabei werden die Roboterbewegungen digital erstellt und am virtuellen Modell der Anlage überprüft. So lassen sich Abläufe testen, Bewegungsbahnen optimieren und mögliche Fehler erkennen, bevor das Programm auf den realen Roboter übertragen wird.
Der entscheidende Vorteil: Die Programmierung und Vorbereitung neuer Abläufe findet unabhängig von der laufenden Produktion statt. Während am Computer die nächste Roboterbahn entwickelt und getestet wird, kann die Anlage weiterarbeiten. Das spart Zeit bei der Inbetriebnahme, reduziert Produktionsunterbrechungen und trägt zu effizienten und zuverlässigen Prozessen bei.
Ursprung des Welttags des Programmierens
Der 29. Oktober ist seit 2024 der UNESCO-Welttag des Programmierens (World Coding Day). Der Aktionstag macht auf die Bedeutung von Programmierkenntnissen und digitaler Kompetenz aufmerksam.
